Donnerstag, 15. März 2018

Die Ernährungsdocs - Info-Boredom im TV

Gestern habe ich - sogar gezielt, nicht versehentlich erzappt - die Ernährungsdocs angeschaut. Das Konzept, dass sich viele Krankheiten, vor allem, wenn sie etwas mit dem Stoffwechsel zu tun haben, sich mit Ernährungsumstellung gut behandeln lassen, finde ich einleuchtend und gut. Die Umsetzung im Fernsehen ist aber grauenhaft oberflächlich und einem öffentlich-rechtlichem ZwangspayTV unwürdig. Wegen der GEZ Einnahme (und der Werbung für die Ernährungsdoc-Bücher) muss da keine Werbung geschaltet werden und deshalb der Zuschauer am Bildschirm gehalten werden. So könnte einer nach dem anderen der Patienten chronologisch abgearbeitet werden auch auf die Gefahr hin, dass nach dem Diabetes II, jemand auch wegschaltet, weil ihn die Rosacea nicht interessiert. Stattdessen werden drei Patienten miteinander wechselnd verknüpft mit 80 % unnötigen Informationen, die Sendung in die Länge gezogen. Gestern sahen wir bestimmt 8-10 Mal die Patienten auf den schwimmenden Bohlen zum Ernährungsdoc Hausboot gehen. Warum, weiß kein Mensch, außer dass eben Sendeminuten gefüllt werden und wir wissen, wofür die GEZ Gelder verwendet werden. Mir tun auch die Patienten leid, auch wenn sie natürlich wissen, worauf sie sich einlassen, denn sie haben sich ja aufgrund der Sendung gemeldet. Wie Schulkinder werden die befragt - etwa: Und jetzt essen sie noch Kartoffeln dazu oder? Schwerer Zwiespalt - denn wir können unterstellen, dass die Patienten die Sendung schon einmal gesehen haben und daher wissen, dass die ganzen Ernährunssachen, die vorgeschlagen werden (die ich für richtig halte), darauf hinauslaufen: - Weizenmehl = böse - Milch = böse - Zucker = superdupermegarusslandmäßigböse - Gemüse = superlieb Kohlehydrate auch böse, wozu die Kartoffeln gehören. Ich meine gerade, dass man das dem Herren angesehen hat. Er hätte aber dem schlauen Doc den Auftritt versaut, wenn er von sich aus sagt, dass er auf die Kartoffeln verzichtet. Also mag er Kartoffeln, damit er (und die Fernsehzuschauer) vom superschlauen Doc, belehrt werden können. Die Informationen zu den einzelnen Krankheiten und wie sie angegangen werden, hätten sich auf 15 Minuten komprimieren lassen. Am Ende müssen die Patienten dann auch noch pflichtschuldigst berichten, wie toll es nun ist. Auch für eine solche Bewertung können zig Sendeminuten und Lebenszeit der Zuschauer verschwendet werden. Um es noch einmal klar zu sagen: Was als Therapie empfohlen wird, finde ich sehr gut. Ich habe mir sogar das Buch der Ernährungsdocs gekauft, kann es aber nicht emfehlen, denn es ist in erster Linie ein Rezeptbuch, mit sehr wenig wissenschaftliche/medizinischen Hintergründen. Rezepte ohne Milch, Zucker, Weizenmehl mit viel Gemüse lassen sich aber auch so finden.

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