Dienstag, 8. August 2017

Gilmore Girls auf Netflix - schlecht und noch nicht einmal aufgewärmt

Zum Glück haben wir kein Geld dafür bezahlt sondern den Netflix Probemonat genutzt. Von den "echten Gilmore Girls", also der ursprünglichen Serie, haben wir praktisch alle Folgen gesehen und sie gern gesehen. Es war die richtige Mischung aus Witz und durchaus auch Tiefgang dabei. Wir gehörten auch zu denen, die sich auf eine Fortsetzung der Geschichte um Lorelai und Rory gefreut haben. Bis wir sie ansehen mussten!  Wenn das alte Konzept aufgewärmt worden wäre, hätte man damit noch leben können.
Bei der ersten Folge der Staffel auf Netflix bestand noch Hoffnung, dass es vielleicht bei den drei Folgenden besser wird. Weit gefehlt! Selten so etwas Langweiliges gesehen. Jede Folge musste anscheinend auf Spielfilmlänge (90 Minuten) gedehnt werden, aber es ist den Drehbuchautoren nichts eingefallen, womit sie die Minuten füllen können. So hat man in den alten Zettelkasten geguckt und ein paar Versatzstücke, die wahrscheinlich für die alte Serie zu schlecht waren und verworfen wurden, etwa ein Stars-Hollow Musical oder (gefühlt) stundenlanges Tangogetanze rund um die verwöhnte Clique der Huntzberger Freunde eingebaut. Wobei gerade das Musical zwar wenig mit Gilmore Girls zu tun hatte, aber eigentlich zu den besseren Teilen der Staffel gehört. Ein Lichtblick ist es auch, wenn Emily Gilmore Lorelai eins überbrät. Das wars. Irgendwie mussten auch noch ein bisschen Jess, Logan und ganz kurz Dean auftauchen, weil die (weiblichen) Fans die wohl erwarten. Vier Staffeln, die mir zusammen sechs Stunden Lebenszeit gestohlen haben. Ach ja - worum es geht - hier der SPOILER:

Lorelai und Luke sehen zwar nicht aus wie ein glückliches Ehepaar, aber nach einem kurzen Selbstfindungs-Hiking-Trip von Lorelai, bei dem man ihren riesigen Rucksack und die Packprobleme drehbuchautorenseits wohl als "lustig" empfunden hat, heiraten sie halt, weil sich Hochzeiten im Film und Fernsehen immer gut machen.

Rory hatte ja vielversprechende Anfänge beim Journalismus gemacht, hat aber als Logans Bumslischen (sie betrügt dabei ihren Freund Paul, er seine Verlobte) sich eben die Arroganz seiner Clique angewöhnt und es verkackt. Aus irgendeinem Grund arbeitet sie dann umsonst bei der Stars-Hollow Gazette, aber findet einen Job als Lehrerin an ihrem alten College als unter ihrer Würde.
Irgendwie treibt sie es auch noch mit einem Wookie (das ist die Chewbacka-Rasse aus Star-Wars) auf einer Comicon, weiß also nicht, wer das war. Schließlich schreibt sie ein Buch über ihre und Lorelais Lebensgeschichte und - Überraschung - das heißt "Gilmore Girls", soweit, so vorhersehbar. Am Schlimmsten ist aber, dass mit dem letzten Satz von ihr:
Ich bin schwanger!
so etwas wie weitere Fortsetzungen angedeutet werden könnten.

Bitte nicht!

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