Dienstag, 12. Mai 2015

Steckdosen-Solaranlagen

Vor einigen Jahren lief ein Film "Leben mit der Energiewende", in dem PV Anlagen, die man in die heimische Steckdose stecken kann, vorgestellt wurde. In Deutschland vertreten die Versorgungsnetzbetreiber die Auffassung, dass der Betrieb nicht zulässig sei. Im Photovoltaikforum haben wir uns auch die Köpfe heißgeredet. Gerichtsurteile, die es einem Verbraucher verbieten, im eigenen Hausnetz seinen Strom selbst zu produzieren (eigentlich sollte man denken, dass das eine Art Grundrecht ist), gibt es wohl noch nicht. Soll es wahrscheinlich auch nicht geben, weil die Unsicherheit besser ist, als wenn auf einmal ein Gericht sagt, die Dinger - die eben auch Mieter am Balkon oder auf der Garage nutzen können - sind zulässig. Sie dürfen und werden in Deutschland auch verkauft - der Anschluss ans Hausnetz, sagen wir einmal zumindest Grauzone. Ich hatte vor Jahren einmal eine Petition gestartet, diese Anlagen ausdrücklich für zulässig zu erklären. Die Stellungnahme des Bundesumweltministeriums war die, dass wir - sinngemäß - ohnehin schon viel zu viel Solarenergie haben und das belaste die Netze. Warum dezentrale Energieerzeugung die Netze belastet, weiß ich nicht, kann man wahrscheinlich auch nicht im Ministerium erklären, aber es hat ausgereicht, dass der Bundestag sich entschlossen hat, der Petition nicht zu folgen. Nur am Rande: In den Niederlanden und der Schweiz sind diese Anlagen bis zu 600 Wp (NL) oder KWp (Schweiz) zulässig. Deshalb sind die Zeitungen auch voller Berichte, wie dort das Stromnetz zusammenbricht und die Häuser abbrennen. Besonders die Schweiz ist ja weltbekannt für ihre laxen Sicherheitsstandards. Wenn jemand etwa eine Maschine kaufen will und da steht darauf, dass die nach schweizer Sicherheitsstandards gebaut wurde - die rührt sicher keiner an. Warum die lange Vorrede - nun: Einer der Hersteller solcher Plug-and-Play Solaranlagen (wie sie auch genannt werden) hat sich mit den Kritikern auseinandergesetzt und dazu einen Brief verfasst, den ich gerne hier verlinke. Im Übrigen hat die Firma Laudeley also einen Weg gefunden, ihre Anlagen eindeutig zulässig zu machen. Wenn man nämlich den eingespeisten Strom so einstellt, dass er immer unterhalb des niedrigsten Stromverbrauchs liegt, kann nichts ins öffentliche Netz gelangen. Dann bewege ich mich in einem eigenen Hausnetz, in dem ich - bis die großen drei es durch Lobbyarbeit schaffen, dass sie auch darauf Zugriff haben - machen kann, was ich will, so lange ich niemanden gefährde. Das hat allerdings - aus meiner Sicht überflüssig - einen deutlich höheren Preis zur Folge als die Module mit Stecker, die sich in der rechtlichen Grauzone bewegen.

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